[Von Linie zu Linie] Estérel: eine Runde im Massiv der Sonne
Eine Runde zwischen roten Felsen und dem Mittelmeer.
Etwa 25 km, 1.400 m positive Höhenmeter.
Eine lange Tagestour.
Was treibt Fanny und Alexandre dazu, im Estérel-Massiv zu laufen? Der Wunsch, eine Runde inmitten einer spektakulären mediterranen Landschaft zu ziehen, zwischen vulkanischen Felsformationen, Strandkiefern und Blicken hinunter aufs Meer. 25 Kilometer lang reihen die beiden Mitglieder des Tout Terrain Club aus Nizza Pisten, steinige Singletrails und Kammwege aneinander, bis in die letzten Lichter des Tages.
Hier ist ihr Bericht.
Ein Land der Kontraste
Zwischen Cannes und Fréjus gelegen, ist das Estérel-Massiv ein wahres Land der Kontraste. Seine Wege schlängeln sich zwischen dem Rot der Felsen, dem Blau des Mittelmeers und dem Grün der Strandkiefern.
In dieser Landschaft trifft man Fanny und Alexandre wieder, Mitglieder des Tout Terrain Club aus Nizza, für eine 25 Kilometer lange Runde im Herzen dieses vulkanischen Bergmassivs.
Die Sonne begleitet diesen schönen Frühlingsnachmittag. Auf den höher gelegenen und freien Abschnitten der Strecke sorgt der Seewind für gerade genug Frische, um die Bedingungen besonders angenehm zu machen.
Für ihre Laufeinheit haben die beiden Läufer ein leichtes Outfit gewählt, das auf die Dauer der Einheit abgestimmt ist. Der Running Bag 333 nimmt zwei 500-ml-Flaschen auf, während sich mit dem Short 522 eine dritte Flasche mitnehmen lässt. Das Langarm-T-Shirt 350, leicht und atmungsaktiv, rundet das Outfit ab.
Vor ihnen eine Abfolge aus Wegen, Pässen und Gipfeln. Und fast immer am Horizont: das Meer.
Vom Maupas-Tal zum Mont Saint-Martin

Die Runde beginnt gemächlich mit zwei fast ebenen Kilometern auf einem breiten Weg. Dieser führt das Maupas-Tal hinauf bis zur Sarrazin-Brücke.
Hier beginnt die Achterbahnfahrt.
Fanny und Alexandre biegen rechts ab, um einen schönen felsigen Weg zu erreichen. Der Pfad steigt bis zum ersten Aussichtspunkt des Tages hinauf: dem Mont Saint-Martin.
Oben angekommen, erstreckt sich das Mittelmeer vor ihnen. Links zeichnet sich Cannes in der Ferne ab. Der Kontrast zwischen dem roten Fels des Massivs und dem Blau des Meeres gibt sofort den Ton für die Tour an.
Von den Grosses Grues zum Pic de l’Ours

Das Duo meistert anschließend zwei schöne Anstiege zum Col de la Cadière und dann zum Gipfel der Grosses Grues. Oben eröffnet sich ein 360-Grad-Panorama auf das Bergmassiv und die Küste.
Der Kammweg führt anschließend wieder hinunter zum Col de Notre-Dame. Von diesem Pass aus beschließen Fanny und Alexandre, ihre Tour mit einer zusätzlichen Schleife in Richtung Pic de l’Ours zu verlängern, der auf 488 Metern Höhe gipfelt.
Sie umrunden den Gipfel im Süden über den Col des Lentisques. Kleine Balkonwege mit Blick auf das Mittelmeer führen das Duo allmählich zurück zum Col de Notre-Dame.
Das Gelände wechselt zwischen laufbaren Abschnitten, anspruchsvolleren Anstiegen und steinigen Singletrails. Unter den Füßen ist der rote Porphyr brüchig und scharfkantig. In den Abfahrten erfordert jeder Tritt Aufmerksamkeit, insbesondere um die Knöchel zu schützen.
Die letzten Lichter auf den Graten

Vom Col de Notre-Dame aus nehmen Fanny und Alexandre wieder die Balkonwege und folgen dabei dem GR653A. Der Weg führt sie zum Pass und zu den Felsen der Monges.
Die Sonne beginnt dann allmählich am Horizont zu sinken. Das Licht wird wärmer, die roten Felsen glühen auf, und die Kontraste des Bergmassivs gewinnen noch eine weitere Dimension.
Der weitere Verlauf folgt einem Bergkammpfad, der ebenso technisch wie spektakulär ist. Man muss konzentriert auf die Tritte achten, ohne zu vergessen, den Blick zu heben. Das ist zweifellos der schönste Moment der gesamten Strecke.
Beim 21. Kilometer erreicht das Duo endlich wieder einen breiten Weg. Das Gelände erlaubt es, den Schritt zu verlängern und entspannter bis zum Parkplatz zu laufen.
Als Fanny und Alexandre die Strecke beenden, ist die Nacht vollständig hereingebrochen.
Ein unglaublicher Nachmittag.
Laufen zwischen Rot und Blau

Diese Schleife im Estérel vereint alles, was das Massiv so besonders macht. Zugängliche Wege, kraftvolle Anstiege, technische Passagen und Balkonwege, die hoch über dem Mittelmeer verlaufen.
Die Strecke ist nie eintönig. Das Meer verschwindet hinter einem Gipfel und taucht wieder auf, wenn man um eine Bergkante biegt. Die Kiefern weichen Felsen. Die breiten Wege erlauben es, wieder Tempo aufzunehmen, bevor der rote Porphyr erneut Präzision und Aufmerksamkeit fordert.
Aber in diesem der Sonne ausgesetzten Massiv darf die Schönheit des Geländes nicht über seine Tücken hinwegtäuschen. Auf der Runde gibt es keine Trinkwasserstelle. Die Hitze kann stark sein, und der Zugang zum Massiv ist reglementiert, wenn das Brandrisiko steigt.
Man sollte also mit ausreichend Wasser aufbrechen, die Zugangsbedingungen überprüfen und eine Stirnlampe einplanen, falls die Tour bis zum Abend dauert.
Wenn diese Vorsichtsmaßnahmen getroffen sind, muss man nur noch der roten Linie der Grate folgen, zwischen Himmel und Mittelmeer.
Vorbereitung der Runde
Allgemeine Informationen
- Gesamtstrecke: ca. 25 km
- Anstieg: ca. 1.400 Höhenmeter
- Tourtyp: lange Tagestour, Rundkurs
- Technik: 3/5 - breite Pisten, durchsetzt mit technischen Passagen und steinigen Singletrails
- Gelände: roter Porphyr, brüchig und scharf; Vorsicht in den Abfahrten erforderlich
- Anforderung: 2/5 — keine Trinkwasserstelle auf der Strecke und starke Hitzeeinwirkung.
- Empfohlene Saison: von Oktober bis Mai
- Kritischer Zeitraum: im Sommer hängt der Zugang täglich von der Waldbrandgefahrenstufe ab.
Wichtigste Wegpunkte
- Vallon du Maupas
- Pont du Sarrazin
- Mont Saint-Martin
- Col de la Cadière
- Grosses-Grues-Gipfel
- Notre-Dame-Pass
- Bärenspitze - 488 m
- Lentiskenpass
- GR653A
- Pass und Felsen der Monges
Checkliste für die Tour
Tragen und Ausrüstung
- Lauftasche 333
- GPS-Uhr mit geladener Strecke
- Telefon
- Rettungsdecke und Pfeife
- Kleines Erste-Hilfe-Set mit dem Nötigsten für Tapen, Zecken und Blasen
- Stirnlampe für den letzten Teil der Tour, falls die Nacht hereinbricht.
Kleidung
- Erste leichte Schicht: Langarm-T-Shirt 350 und Shorts 522
- Zubehör: Ultra Socks und Dry Bra
Flüssigkeit und Nahrung
- Minimale Wasserkapazität: 2 Liter, in Flaschen
- Keine Trinkwasserstelle auf dem Massiv: eine Sicherheitsreserve einplanen und mit ausreichenden Vorräten aufbrechen.
- Energie-Gels und Energieriegel
- Empfohlene Zufuhr während der Belastung: zwischen 40 und 70 g Kohlenhydrate pro Stunde
Regeln und richtiges Verhalten
Zugang zum Massiv und Waldbrandgefahr
Der Zugang zu den Waldmassiven des Var unterliegt während der Sommerzeit besonderen Regelungen zur Waldbrandgefahr. Je nach Gefahrenstufe können Einschränkungen oder ein Betretungsverbot für Fußgänger und Fahrzeuge verhängt werden.
Vor jedem Ausflug konsultiert man die tägliche Karte für den Zugang zu den Massiven, die von der Präfektur des Var veröffentlicht wird. Die Informationen werden während des regulierten Zeitraums täglich aktualisiert.
Die Website von Estérel Côte d’Azur erinnert außerdem daran, dass bestimmte Routen je nach Gefahrenstufe unpassierbar werden können, und empfiehlt, vor dem Aufbruch die Öffnung der Massive zu überprüfen.
Hitze und Selbstversorgung
Im Estérel kann es sehr heiß werden. Das zeitige Frühjahr, der Herbst und der Winter bieten in der Regel die günstigsten Zeiträume. Im Sommer muss man sehr früh aufbrechen, die Anstrengung anpassen und sich nie auf den Weg machen, ohne geprüft zu haben, ob das Massiv geöffnet ist.
Da es auf der Strecke keine Trinkwasserstellen gibt, wird eine Mindestmenge von zwei Litern empfohlen. Diese Menge sollte je nach Temperatur, geplanter Dauer und individuellem Bedarf erhöht werden.
Respekt für das Massiv
- Auf den markierten Wegen bleiben.
- Keine Abfälle hinterlassen.
- Pflanzen nicht pflücken und Tiere nicht stören.
- Private Grundstücke respektieren.
- Rauchen, Feuer anzünden und Grillen im Massiv sind verboten.
© Arthur Vaillant